Das NativPlus-Haus wurde ins Leben gerufen, um nachhaltige Wohnlösungen zu finden und zu fördern.
Das NativPlus-Haus ist ein Wohn- oder Bürogebäude, das den Anforderungen des nachhaltigen Bauens und der CO2-Einsparung zur Erreichung der Klimaziele entspricht. Es verwendet erneuerbare Energiequellen wie Photovoltaik, thermische Solarenergie und Geothermie. Natürliche Materialien und angepasste Technologien sorgen für ein gesundes Raumklima
Mit dem Modellhaus können verschiedene Wohnkonzepte getestet und evaluiert werden. So werden neue Erkenntnisse gewonnen und innovative Wohnlösungen entwickelt. Die Modellhaus-Übersicht zeigt mögliche Wohnlösungen die sich aus den Untersuchungen ergeben haben.
Die Drei Faktoren für nachhaltiges Bauen
Das NativPlus Haus setzt auf ökologische Nachhaltigkeit durch den Einsatz ressourcenschonender Materialien wie Holz und Lehm sowie einer energieeffizienten Gebäudetechnik wie Photovoltaik, Wärmepumpe, Lüftungsanlage und Wärmerückgewinnung. Es werden umweltgerechte Grenzwerte eingehalten und naturnahe Lebensräume geschaffen, um z.B. eine Bodenversiegelung zu vermeiden und die Biodiversität zu fördern. Der Anteil der bepflanzten Grundstücksfläche sollte mindestens 30 % betragen.
Ökonomische Nachhaltigkeit beim Bauen bedeutet, Ressourcen zu schonen und die langfristigen Kosten niedrig zu halten. Das NativPlus Haus kostet in seiner Erstellung, Nutzung und zum Lebensende deutlich weniger als konventionell gebaute Häuser. Erreicht wird das durch wiederverwendbare Materialien, effiziente Heizungsplanung, Solarenergie, Strom- und Wärmespeicher sowie intelligente Haustechnik mit hoher Wärmerückgewinnung.
Nachhaltiges Bauen und Begrünung wirken sich positiv auf die ganzheitliche Gesundheit der Bewohner*innen aus. Bepflanzte Gärten reduzieren Stress und fördern körperliche Aktivität. Nachhaltige Gebäude emittieren weniger Treibhausgase, unterstützen Klimaziele und vermitteln ein positives Bild der Umweltverantwortung. Das NativPlus Haus soll Anreize für nachhaltiges Bauen schaffen und so die Nachfrage nach umweltfreundlichen Materialien und Technologien fördern, was dazu beiträgt, neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Projektstart: Planung eines NativPlus-Modellhauses
Im Sommersemester 2016 starten die ersten Planungen zum Prototyps eines NativPlus Modellhauses unter Leitung von Prof. Dr. Wessel Gehlker im Studiengang Green Building.
Mit dem Ziel, nachhaltiges Bauen zu veranschaulichen und zu fördern, entstand ein begehbares Modellhaus, gebaut mit Materialien aus der Natur und Wärmedämmung aus Altpapier. Innen herrscht ein angenehmes Raumklima durch wohltemperierte, frische Luft. Die erforderliche Energie für Wärme und Strom wird ebenfalls natürlich erzeugt – durch Solarstrahlung.
Planung und Umsetzung des Holzständerwerks.
Studierende beim Einbau der Gebäudetechnik und den Anschauungsmaterialien im Wandaufbau.
Das NativPlus-Modellhaus auf Messen
Im Frühjahr 2017 wurde durch hervorragende, engagierte Arbeit der Studierenden unter Anleitung und Betreuung des Wissenschaftsteams ein leicht demontierbares NativPlus-Modellhaus erstmals auf der IdeenExpo 2017 vorgestellt. 2018 folgte die 7. Energiesparmesse in Holzminden und die Messe des BMU (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit) in Berlin.
Studierende beim Aufbau des NativPlus-Modellhauses auf dem Messestand.
Das NativPlus-Modellhaus steht für die Besucher*innen bereit.
Vorstellung NativPlus-Modellhaus auf der 7. Energiesparmesse in Holzminden.
Das NativPlus-Modellhaus auf der Messe des BMU (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit).
Studierendenprojekte am NativPlus-Modellhaus
Das Modellhaus ist nicht nur für Messeauftritte konzipiert – mit seinen Maßen von 2 mal 2 Metern eignet es sich auch gut zum Experimentieren.
Studierende des Bachelor Green Building und des Master Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen konnten an den verbauten Elementen praxisnah Konzepte zur Gebäudetechnik, Energieversorgung und deren Dimensionierung in fachspezifischen Modulen entwickeln um Methoden zur Datenerfassung, Kontrolle und Bewertung zu erheben.
So erarbeiteten Studierende im Master Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen NativPlus-Typhäuser im Projektmodul 1a und es fanden Planungen und praktische Arbeiten am NativPlus-Tiny-Haus KfW40 / NativPlus-Haus QNG im Modul Gebäude und Anlagen statt.
Das NativPlus - Modellhaus wird von Studierenden für viele Fragestellungen als praxisnaher Prototyp genutzt.
Prof. Dr. Gehlker und Studierende vor dem NativPlus-Haus.
Effiziente Bauweise für den mobilen Einsatz
Um den Transport und den Aufbau vor Ort zu erleichtern, wurde das Haus im Zuge seiner Weiterentwicklung so gestaltet, dass es fest mit dem Anhänger verbunden direkt zu den Veranstaltungsorten transportiert werden kann.
Es nutzt weiterhin ausschließlich elektrischen Strom, der durch Photovoltaik im Dachbereich oder Brennstoffzellen erzeugt wird. Die Planung der Heizfläche im Wandaufbau sowie die genaue Abstimmung der Wärmepumpe zielen darauf ab, den Stromverbrauch zu minimieren, sodass der Energiebedarf durch die erneuerbare Stromerzeugung gedeckt werden kann. Der Wandaufbau wurde entsprechend angepasst.
Das neue, transportfähige Modellhaus im Untergeschoss am Billerbeck in Holzminden
Blick in das NativPlus-Modellhaus.
Erster Einsatz auf der IdeenExpo in Hannover
Das transportable NativPlus-Modellhaus
Einsatz auf dem Außengelände der Landesgartenschau in Höxter
Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Ziel, sondern auch ein Werkzeug, um unsere Lebensqualität zu verbessern und gleichzeitig die Ressourcen unserer Erde zu schonen.
Mit dem NativPlus-Modellhaus präsentiert die HAWK in Holzminden und der Studiengang Green Building modelhaft einen Standard des nachhaltigen Bauens. Besucher*innen der Landesgartenschau wurden in das begehbare NativPlus-Modellhaus eingeladen, sich über praktische Umsetzungen zu informieren.
Gemeinschaftsfläche von der HAWK, der Symrise AG und der Stadt Holzminden noch ohne Begrünung.
Initiator des NativPlus-Modellhauses Prof. Dr. Wessel Gehlker (li) und Dr. Wolfgang Freimann von Werder.
Eröffnung der Gemeinschaftsfläche mit knapp 180 Tagen Präsenz und Programm auf der Landesgartenschau in Höxter.
Lernortverlagerung: Die Studierenden der Module "Grundlagen der Energietechnik " im 4. Semester und "Energieeffizienz" im 6. Semester erlebten ihre Vorlesungen außerhalb des Hörsaals auf der Landesgartenschau.
Der "Solarkäfer" begeisterte die Besucher*innen bei einer Veranstaltung, die von Studierenden organisiert wurde.
"Mit der Sonne kühlen" war das Motto der zweiten Veranstaltung am NativPlus-Modellhaus.
Ideen-Expo 2024 mit dem NativPlus-Haus
Das NativPlus-Modellhaus auf der Ideen-Expo 2024
NativPlus-Haus konnte auf der Ideen-Expo vom 08.06.2024 - 16.06.2024 besichtigt werden.