Kurzfristiges Wachstumsdenken durch zukunftsgerechtes Wirtschaften ersetzen – das war der Anspruch des Pilotprojekts „Cross Innovation".
In dem Projekt arbeiteten Studierende aus verschiedenen Studiengängen der HAWK: BA Wirtschaftsingenieurwesen, MA Gesundheit und Innovation in der Sozialen Arbeit und MA Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung.
Studierende entwickeln interdisziplinäre Geschäftsmodelle, die Konsum und Ressourcenverschwendung reduzieren
Begleitet von einem interdisziplinären Team aus 7 Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis entwickelten die Studierenden Geschäftsmodelle, die Konsum und Ressourcenverschwendung konkret reduzieren.
„Cross Innovation" macht vor, wie Entrepreneurship-Lehre aussehen kann, wenn Studierende nicht nur ihr eigenes Fach mitbringen, sondern voneinander lernen.
Wirtschaftliche Machbarkeit trifft auf gesellschaftliche Wirkungsanalyse – und endet im gegenseitigen Coaching. Ein Format mit Vorbildcharakter für die gesamte Hochschule.
Der Anstoß: Klimawandel braucht neue Denkweisen
„Wir dürfen nicht so weitermachen", fordert Prof. Dr.-Ing. Ute Brüseke, Professorin für Projektmanagement und Unternehmensführung. Seit 5 Jahren lehrt sie an der Fakultät für Ressourcenmanagement in Göttingen und treibt neue Lehrformate voran, die Studierenden helfen, zukunftsgerechtes Denken zu entwickeln.
Das Pilotformat: 1 Team, 3 Studiengänge
Im Wintersemester 2025/26 startete ein siebenköpfiges Umsetzungsteam mit dem Pilotprojekt. Es vereinte Simon Bohn und Sergei Bojew (Gründungsmanager), Dr. Liv Kalbitzer (MINT-Koordinatorin), Stefan Keveloh (Lehrbeauftragter, Sparkasse Göttingen), Prof. Dr. Jan Tietmeyer, Prof. Dr. Jörg Lahner und Prof. Dr. Ute Brüseke.
Ziel war es, unterschiedliche Studienrichtungen unter Entrepreneurship-Vorzeichen zusammenzubringen.
Geschäftsmodelle für die Kreislaufwirtschaft
Eine Gruppe um die Studierenden Sarah Altemeier und Frederik Betke entwickelte ein Konzept, um Rücksendungen aus dem Versandhandel vor der Vernichtung zu retten und wieder in den Markt zu bringen.
Auf Empfehlung von Gründungsmanager Sergei Bojew fokussierte die Gruppe zunächst auf kleine und mittlere Unternehmen statt auf Großplattformen. „Der interaktive Ansatz gefällt uns. Wir erarbeiten selbst Konzepte und erhalten nicht nur Frontalunterricht", so Altemeier.
Gesellschaftliche Wirkung und kollegiales Coaching
Während die Wirtschaftsingenieur*innen die Geschäftsmodelle ausarbeiteten, analysierten die Masterstudierenden aus der Sozialen Arbeit deren gesellschaftliche Auswirkungen. Den Abschluss bildete ein Coaching durch Studierende des MA Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung – ein Rollentausch, der neue Lernperspektiven eröffnete.
Fazit: Wertvolle Anregungen für eine Weiterentwicklung des Konzepts
„Wir haben wertvolle und konstruktive Anregungen von den Studierenden erhalten. Diese werden wir im nächsten Wintersemester berücksichtigen", bilanziert Brüseke. Das Konzept soll weiterentwickelt werden – mit dem Ziel, ein nachhaltiges Gründungsökosystem an der HAWK zu etablieren.
Eckdaten zum Projekt
Studienmodul
Entrepreneurship
Studiengänge
Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen
Master Gesundheit und Innovation in der Sozialen Arbeit
Master Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung
Zeitraum
Wintersemester 2025/26
Ziel
Nachhaltige Geschäftsmodelle entwickeln und ein Gründungsökosystem an der HAWK schaffen.
Leitung
Prof. Dr.-Ing. Ute Brüseke
Das Projekt ist im Modul „Entrepreneurship" des BA Wirtschaftsingenieurwesen verankert. Dieses Seminar vermittelt Grundlagen unternehmerischen Denkens und Handelns.
„Cross Innovation" erweiterte das Modul um eine interdisziplinäre Dimension: Masterstudierende aus zwei weiteren Studiengängen brachten ihre fachlichen Perspektiven aktiv in den Projektverlauf ein – als Analysierende und als Coach*innen.