HAWK und Universität Hildesheim zeigen Gesicht auf der Meile der Demokratie

Erscheinungsdatum: 02.10.2026

Glücksrad, Kartenspiele und Malstation: Die HAWK war mit einem eigenen Stand auf der Meile der Demokratie in Hildesheim vertreten. Direkt daneben: die Stiftung Universität Hildesheim. Auch Niedersachsens Ministerin für Europa und regionale Landesentwicklung, Melanie Walter, schaute vorbei. Im Fokus stand die Frage, welche Rolle Hochschulen für die Demokratie spielen.  

Wer am vergangenen Samstag über die Meile der Demokratie in Hildesheim ging, traf zwischen Vereinen, ehrenamtlichen Initiativen und Bildungseinrichtungen auch auf die HAWK. Die Hochschule war wieder mit einem eigenen Stand vertreten, zwischen Almstor und nahe der Jakobikirche – in unmittelbarer Nachbarschaft zur Universität Hildesheim. Das Nebeneinander war gewollt: Beide Einrichtungen machten an diesem Tag gemeinsam deutlich, dass sich Wissenschaft nicht aus gesellschaftlichen Debatten heraushält.

 

Zu den Besucher*innen der Stände gehörte auch Niedersachsens Europaministerin Melanie Walter. Sie wertete die Beteiligung der Hochschulen als Signal, das über den Tag hinausreicht: „Ich finde gerade in der aktuellen Situation, in der sich auch unsere Demokratie befindet, unglaublich wichtig, dass wirklich alle Teile der Gesellschaft – und dazu gehören natürlich auch vor allen Dingen Bildungseinrichtungen und auch Universitäten und Hochschulen – zeigen, dass sie für die Demokratie einstehen.“

Dass sich neben ehrenamtlichen Organisationen auch Unternehmen und öffentliche Strukturen präsentierten, hielt die Ministerin für wichtig: „Demokratie ist nicht selbstverständlich, wir kämpfen dafür und wir zeigen Gesicht.“

Am HAWK-Stand konnten Besucher*innen das neue Lehrspiel „Mehr?Wert!“ ausprobieren, bei dem persönliche Wertvorstellungen und Fragen des demokratischen Zusammenlebens im Mittelpunkt stehen. Wer es interaktiver mochte, drehte am Glücksrad oder beteiligte sich am Quiz und einer Bastelaktion, zum Beispiel mit dem Ausmalen eines Wimmelkratie-Bildes. Diana Heiman, Koordinatorin des Studiengangs Soziale Arbeit im Gesundheitswesen, betreute den Stand mit und zog ein positives Fazit: „Es ist eine sehr bunte und lebhafte Veranstaltung, es war viel interessiertes Publikum da.“ Aufgefallen sei ihr vor allem, dass 2 Gruppen den Weg zu den Mitmachangeboten am Stand fanden: Einige waren überrascht und dann neugierig. Andere seien gezielt zur Meile gekommen, um sich das vielfältige Angebot anzuschauen.

Hinter Spiel und Quiz stand allerdings ein ernsthafter Anspruch, wie Prof. Dr. Jörg Lahner, Interimspräsident der HAWK, am Stand im Gespräch mit vielen Besucher*innen erläuterte: „Wir sind als Wissenschaft bereit und wollen mit der Zivilgesellschaft und den Menschen in Kontakt treten“, sagte er. Die Hochschule müsse sich fragen lassen, welchen Beitrag sie leiste – für die Studierenden ebenso wie für die Allgemeinheit. 

Dass diese Frage heute drängender gestellt werde als früher, begründete Lahner mit einem veränderten Klima: „Wir leben in Zeiten, in denen die Wissenschaft hinterfragt oder die Wissenschaft ignoriert wird. Und da hilft es nicht, sich in den Elfenbeinturm zurückzuziehen, sondern wir müssen rausgehen, wir müssen mit den Menschen reden“. Zur Aufgabe gehöre auch, Forschung verständlich zu machen, obwohl sie mitunter schwer zugänglich wirke und dennoch einen Wert für das Gemeinwesen habe.

 

Neben dem HAWK-Stand hatte auch die Universität Hildesheim ihr Angebot, schließlich arbeiteten beide Institutionen bereits in verschiedenen Formen zusammen, wie Prof. Dr. Bettina Kluge, zum Zeitpunkt der Veranstaltung Vizepräsidentin der Universität Hildesheim für Internationales und Chancengleichheit, erklärte: „Insofern ist es sehr treffend, dass wir hier auf der Meile der Demokratie einen Stand nebeneinander haben und auch gemeinsam eintreten können für Werte wie Vielfalt, Offenheit und Chancengleichheit.“  

Auf die Frage, was Hochschulen zur Stärkung der Demokratie beitragen können, wurde auch gemeinsam auf die jeweils eigene Institution verwiesen: Demokratie müsse innerhalb der Hochschule bzw. Universität gelebt werden. Konkret könne das heißen, so Kluge, studentische Initiativen zu unterstützen – etwa in den Green Offices oder um kleinere Projekte im eigenen Studiengang zu ermöglichen. Entscheidend sei die Erfahrung, selbst als Teil des Ganzen etwas verändern zu können.  

Lahner betonte auch die eigene Verpflichtung: Wo das Bekenntnis zu Demokratie und Freiheit nicht mehr selbstverständlich sei und der Schutz von Minderheiten infrage gestellt werde, seien auch Hochschulen „aufgefordert, sich in die Diskussion einzubringen und auch klar dafür einzustehen“. Das betreffe interne Abläufe ebenso wie das öffentliche Auftreten – bis hin dazu, im Wortsinn „auf die Straße zu gehen“.