Prof. Dr. Ulla Beushausen verabschiedet sich nach 25 Jahren von der HAWK

Erscheinungsdatum: 27.03.2026

Deutschlands erste Professorin für Logopädie verabschiedet sich nach 25 Jahren von der HAWK. Die Logopädin und promovierte Sprechwissenschaftlerin Prof. Dr. Ulla Beushausen hatte im Jahr 2001 die Professur für Logopädie in den interdisziplinären Bachelor- und Masterstudiengängen Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie übernommen und Pionierarbeit im Aufbau und der Etablierung der Studiengänge geleistet. Durch ihr Engagement in Lehre und Forschung trug sie maßgeblich zur Akademisierung und zum Ansehen der Logopädie in Deutschland bei. 

2001 zog Beushausen zum Start der Studiengänge von München nach Hildesheim, zusammen mit ihrem Mann und ihrem damals 2-jährigem Sohn, ein 2. Kind war unterwegs. „Was eine familienfreundliche Hochschule ist, hat unser erster Bachelorjahrgang hautnah mitbekommen, erst wuchs der Bauch, dann gab es regelmäßige Stillzeiten während der Vorlesungen“, erinnert sie sich.

 

In der Ausgestaltung der fachspezifischen Lehre lag die Herausforderung für Beushausen zunächst darin, die praxisorientierte Logopädie zunächst als Wissenschaft zu definieren. In ihren zahlreichen Publikationen hat sie sich deshalb immer wieder mit der Theoriebildung in der Logopädie beschäftigt, so etablierte sie Konzepte wie Clinical Reasoning sowie evidenzbasierte Praxis und setzte damit Maßstäbe. Sie war als Autorin und Herausgeberin an wegweisenden Standardwerken beteiligt, wie dem „Testhandbuch Sprache“. In der Aufbauphase der Studiengänge organisierte sie Tagungen und Foren – zunächst den Hildesheimer Logopädietag, dann „@ Hildesheim“ – und bildete Netzwerke im In- und Ausland.

Besonders am Herzen lag Ulla Beushausen aber immer der Einbezug der Studierenden in ihre Projekte. In der Forschung galt ihr Interesse der menschlichen Stimme. In zahlreichen Studien untersuchte sie die Wirkfaktoren in der logopädischen Stimmtherapie und entwickelte Diagnostiken und Tests. Im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums etablierte sie das Konzept eines stimmpräventiven Angebots für Lehrer*innen im Bereich Arbeitsschutz und Gesundheit.  
Befragt, wie sie ihre nächste Lebensphase gestalten werde, antwortet Beushausen: „Ich werde der Logopädie und insbesondere der Stimmtherapie, sowie der Prävention von Stimmstörungen treu bleiben, ich bin (Mit)-Herausgeberin eines internationalen Journals und Herausgeberin einer wissenschaftlichen Buchreihe“.

Beushausen, die inzwischen in Nürnberg wohnt wird demnächst als Seniorforscherin ein Forschungsprojekt zur Stimme im Alter leiten. „Ich bin dann mal weg, ich werde aber sicher nicht nur forschen“, sagt sie augenzwinkernd.