Modelle für die Verknüpfung von Forschung, Lehre und Praxis

Besondere Lern- und Forschungsumgebung
Die Ästhetische Lernwerkstatt und das Ästhetische Labor in den didaktischen Modulen KP06 Bildungs- und Lernbereiche der Kindheitspädagogik und KP08 Lernort Praxis: Didaktik der Kindheitspädagogik des Studienganges sind besondere Lern- und Forschungsumgebungen. Vielfältige Sammlungen mit bedeutungsoffenem Material ermöglichen sinnliche Zugänge zu theoretischen Modellen, empirischen Methoden und kindheitspädagogischer Didaktik. Didaktische Praxisformen werden im Hinblick auf kindliche Bildungsweisen mit Schwerpunkten wie elementare ästhetische und naturwissenschaftliche Bildung oder Raumgestaltung in den Seminaren rekonstruiert und theoriebasiert reflektiert. Hier lernen Studierende durch eigene Versuche, wie eine Didaktik als Möglichkeitsraum für kindliche Potentiale hochwertig gestaltet und mit Hilfe prozessorientierter Beobachtungsverfahren untersucht und dialogisch begleitet werden kann. Studierende erleben die Lernwerkstatt als Raum forschenden, ästhetischen und materialbasierten Lernens, in dem sie sich selbst als Lernende und zugleich in perspektivischer Professionalisierung als zukünftige Kindheitspädagog*innen verorten.

 


Im Zentrum stehen eigenaktive Aneignungsprozesse im Umgang mit bedeutungsoffenen Materialien, die Entwicklung eigener Fragestellungen sowie die reflexive Auseinandersetzung mit Bildungs- und Lernprozessen. Dabei wechseln die Studierenden zwischen den Rollen der Lernenden, Forschenden und Lernbegleitenden. Die Arbeit in der Lernwerkstatt ist durch prozessorientierte Seminarkonzepte, offene Explorationsphasen sowie strukturierte Reflexionsformate gekennzeichnet. Ergänzend eröffnen freie Werkstattzeiten und tutorielle Begleitung Räume für individuelle Schwerpunktsetzungen, biografische Bezüge und vertiefende Auseinandersetzungen. Ziel ist die Entwicklung einer reflexiven, theoriegeleiteten und zugleich erfahrungsbasierten professionellen Haltung, die das Verhältnis von Material, Kind, Raum und pädagogischem Handeln differenziert in den Blick nimmt. Regelmäßig werden Kindergruppen aus kooperierenden Kindertageseinrichtungen in die Seminare eingeladen. Dadurch entstehen reale pädagogische Situationen, in denen Studierende Lernund Bildungsprozesse von Kindern beobachten, begleiten, dokumentieren und theoretisch reflektieren können. Die Lernwerkstatt wird so zu einem Erfahrungs-, Erprobungs- und Reflexionsraum, in dem Theorie-Praxis-Verknüpfungen unmittelbar erfahrbar werden.
hierzu auch:
Kaiser, Lena S.; Hormann, Kathrin (2025). „Vielleicht gibt es Kinder, die keine Freude in dem Lernarrangement finden“ – Perpsektiven und Spannungsfelder von Vernetzung für kindheitspädagogische Hochschullernwerkstätten. In: D. Longhino, Frauscher, E., Imp, C. , & Stöckl, C. (Hrsg.), Vernetzung in Hochschullernwerkstätten – einen Schritt weiter gehen. Bd. 15, Lernen und Studieren in Lernwerkstätten. Impulsefür Theorie und Praxis, (S. 136-152). Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.